Als ich meine Ausbildung zum Kaufmann für Büromanagement mit 23 Jahren begonnen habe, war ich überzeugt: Das ist genau der richtige Schritt. Endlich ein Beruf, der zu mir passt. Endlich eine Richtung, in der ich mich entwickeln kann. Heute bin ich 25 und kann sagen: Diese Entscheidung war richtig. Nur der Weg dahin war anders, als ich es mir am Anfang vorgestellt hatte.
Vorwort zu mir
Bereits mit 20 Jahren habe ich eine Ausbildung als Verkäufer begonnen, welche ich 2 Jahre später erfolgreich abgeschlossen habe. Eine Sache, auf die ich stolz war. Im Laufe der Ausbildung habe ich allerdings festgestellt, dass dieser Beruf nicht zu mir als Person passt.
Zu dieser Zeit war mir Prozubi bereits ein Begriff, da ich mich mit den Lerninhalten auf meine Abschlussprüfung vorbereitet hatte.
Der Start - allerdings nicht bei Prozubi
Am 05.09.2023 ging es los. Voll motiviert, mit vielen Erwartungen und der Hoffnung, endlich den richtigen Beruf gefunden zu haben.
Die ersten Wochen waren spannend. Neue Aufgaben, neue Menschen, neue Abläufe. Aber ziemlich schnell habe ich gemerkt, dass etwas nicht stimmt. Es war nicht nur ein holpriger Start, es war ein dauerhaftes Gefühl von Unwohlsein.
Ich war unzufrieden. Nicht, weil Ausbildung grundsätzlich anstrengend ist. Sondern weil das Umfeld nicht zu mir gepasst hat. Ich hatte das Gefühl, dass ich funktionieren muss, statt wirklich zu lernen. Und ich habe mich immer öfter gefragt, ob dieser Beruf doch nicht das Richtige für mich ist.
Rückblickend weiß ich: Der Beruf war nicht das Problem. Es war der Betrieb.
Die schwierige Entscheidung
Nach ein paar Monaten kam der Punkt, an dem ich ehrlich zu mir sein musste. So weitermachen bringt nichts. Und einfach nur „durchziehen“ ist keine gute Lösung, wenn man dabei jeden Tag unglücklich ist.
Ich habe mich gefragt: Will ich wirklich aufgeben? Oder will ich herausfinden, ob mir dieser Beruf in einem besseren Umfeld Spaß macht. Für mich war aufgeben keine Option, weshalb ich mich für Zweiteres entschieden habe.
Die Suche nach etwas Neuem
Mein Entschluss stand fest und auf der Suche nach einem neuen Ausbildungsbetrieb bin ich auf einen mir schon bekannten Namen gestoßen: Prozubi. Ich habe nicht lange überlegt und mich direkt beworben. Kurze Zeit später hatte ich auch schon eine Einladung zu einem Vorstellungsgespräch. Das sollte der Wendepunkt meiner Ausbildung werden. Es lief nicht zäh oder kompliziert, sondern offen, positiv und auf Augenhöhe. Ich hatte das Gefühl, dass wirklich Interesse da ist. Nicht nur an meinem Lebenslauf, sondern an mir als Person.
Für mich war nach diesem Gespräch klar: Ich möchte zu Prozubi wechseln.
Der Neustart
Am 15.02.2024 hatte ich meinen ersten Arbeitstag bei Prozubi. Ich war natürlich nervös, aber vor allem gespannt. Und schon in den ersten Tagen habe ich gemerkt, wie unterschiedlich Betriebe sein können.
Plötzlich war Lernen nicht mehr etwas, das nebenbei passieren sollte. Es war Teil des Plans. Fragen stellen war okay. Unterstützung war selbstverständlich. Und ich hatte das Gefühl, dass man mir zutraut, Verantwortung zu übernehmen und mich zu entwickeln.
Das hat nicht nur meine Motivation verändert, sondern auch meinen Blick auf die Ausbildung. Auf einmal hat der Beruf wieder Spaß gemacht.
Die Besonderheit
Was das Ganze für mich noch besonderer macht: Ich war der erste Auszubildende bei Prozubi. Das heißt, vieles war für beide Seiten neu. Was für mich ein Neuanfang war, war für Prozubi der Startschuss in die eigene Ausbildung.
Genau deshalb war es für mich ein richtig gutes Gefühl, zu merken, dass ich nicht einfach nur „mitlaufe“, sondern dass man sich Gedanken macht, wie Ausbildung hier funktionieren soll. Mit Struktur, mit Vertrauen und mit einem echten Ziel: dass Azubis am Ende nicht nur fertig sind, sondern wirklich etwas können und sich wohlfühlen.
Von Azubi für Azubi
Während meiner Zeit bei Prozubi habe ich nicht nur einiges dazu gelernt, sondern konnte auch andere Azubis auf ihrem Weg zur erfolgreichen Abschlussprüfung unterstützen. Das war für mich ein richtig gutes Gefühl, weil ich gemerkt habe, dass man selbst als Azubi schon anderen helfen kann. Dadurch konnte ich Inhalte nochmal ganz anders verinnerlichen.
Das Happy End ohne Ende
Am 08.01.26 war es dann endlich soweit: meine mündliche Abschlussprüfung stand an und damit auch das Ende meiner Ausbildung.
Das Ergebnis? Bestanden! Ich konnte meine Ausbildung sogar um ein halbes Jahr verkürzen. Das war keine spontane Entscheidung, sondern das Ergebnis aus guter Leistung, klarer Struktur und dem Gefühl, dass ich das Pensum schaffen kann.
Für mich war das ein riesiger Meilenstein, weil es gezeigt hat, dass der Wechsel nicht nur emotional richtig war, sondern auch fachlich.
Ich kann mit Stolz sagen: Ich bin der erste Azubi, der seine Ausbildung erfolgreich bei Prozubi absolviert hat. Und für mich zeigt das auch, wie viel möglich ist, wenn man den richtigen Platz findet und dranbleibt.
Und das Beste an allem, mein Weg bei Prozubi ist noch lange nicht vorbei. Ich wurde nach meiner Ausbildung übernommen und arbeite nun als Festangestellter in unserem Content Bereich.
Was ich daraus gelernt habe
- Unzufriedenheit ist nicht automatisch ein Zeichen, dass Du ungeeignet bist. Manchmal passt das Umfeld einfach nicht.
- Ein Wechsel ist kein Scheitern. Es kann ein Schritt sein, mit dem Du Deine Ausbildung rettest.
- Hör auf Dein Bauchgefühl. Wenn Du dich dauerhaft unwohl fühlst, ist das ein Signal.
- Gib dem Beruf eine faire Chance. Nicht jeder Betrieb bildet gleich aus.
Wenn Du mit Deinem Ausbildungsbetrieb sehr unzufrieden bist, dann schau dich um. Du musst nicht sofort kündigen und Du musst auch nichts überstürzen. Aber Du darfst prüfen, welche Möglichkeiten es gibt.
Es gibt Betriebe, die besser zu Dir passen. Und es ist völlig okay, nach etwas zu suchen, was wirklich zu Dir und Deiner Art passt.
Mein Fazit
Meine Ausbildung hat für mich nicht perfekt begonnen. Aber genau das hat mir gezeigt, wie wichtig die richtige Umgebung ist. Der Wechsel hat mir nicht nur neue Motivation gegeben, sondern auch das Vertrauen zurückgebracht, dass ich den richtigen Beruf gewählt habe.
Und wenn Du gerade an dem Punkt bist, an dem Du zweifelst: Vielleicht liegt es nicht an Dir. Vielleicht brauchst Du einfach den richtigen Ort, um zu wachsen.

