Wenn Du eine Ausbildung im Handel machst, wirst Du früher oder später mit dem Begriff "Zahlungsverzug" oder auch "Nicht-Rechtzeitig-Zahlung" in Kontakt kommen. Das Thema ist so wichtig, dass es auch in der IHK-Prüfung sehr oft abgefragt wird. Grund genug für uns, mal einen genaueren Blick darauf zu werfen und Dir zu zeigen, was Du darüber wissen solltest, um Dir hier wichtige Punkte zu sichern.
Was bedeutet eigentlich "Zahlungsverzug" genau?
Aus rechtlicher Sicht spricht man von einem Zahlungsverzug oder einer Nicht-Rechtzeitig-Zahlung, wenn ein Käufer seine Zahlungspflicht schuldhaft nicht rechtzeitig erfüllt. Das bedeutet: Die Zahlung erfolgt zu spät oder gar nicht, obwohl sie fällig gewesen wäre. Der Käufer wird dann auch als „Schuldner“ bezeichnet, weil er dem Verkäufer noch Geld schuldet.
Wann ist eine Zahlung fällig – und wann beginnt der Verzug?
Damit Zahlungsverzug überhaupt entstehen kann, muss die Zahlung zuerst fällig sein. Wann der Verzug dann tatsächlich eintritt, hängt von mehreren Faktoren ab:
1. Fälligkeit der Zahlung
Eine Zahlung ist immer dann fällig, wenn der Zeitpunkt gekommen ist, zu dem laut Vertrag gezahlt werden muss. Das kann ausdrücklich vereinbart oder gesetzlich bestimmt sein. Nur wenn die Zahlung fällig ist, kann ein Zahlungsverzug eintreten.
2. Automatischer Verzug
Ein Zahlungsverzug tritt in manchen Fällen automatisch ein, also ohne dass es dafür erst eine Mahnung braucht:
- Kalendermäßig bestimmtes Zahlungsziel:
Wurde beim Kauf ein konkreter Zahlungstermin vereinbart (z. B. „Zahlung bis 15. März“ oder „Zahlung innerhalb von 14 Tagen“), beginnt der Verzug direkt nach Ablauf dieses Datums automatisch. - 30-Tage-Regel:
Wurde kein konkreter Zahlungstermin vereinbart, tritt der Zahlungsverzug 30 Tage nach Zugang der Rechnung ein.
Wichtig:- Bei Unternehmen gilt das automatisch.
- Bei Privatpersonen nur, wenn in der Rechnung auf diese Rechtsfolge hingewiesen wurde.
- Zahlungsverweigerung:
Teilt der Schuldner ausdrücklich mit, dass er nicht zahlen wird, beginnt der Verzug sofort. Fristen oder Mahnungen spielen dann keine Rolle mehr.
3. Verzug durch Mahnung
Wenn kein konkretes Zahlungsziel vereinbart wurde und die 30-Tage-Regel auch nicht greift(z. B. weil der Schuldner eine Privatperson ist und in der Rechnung kein Hinweis auf den Verzug enthalten war), dann ist eine Mahnung erforderlich, um den Zahlungsverzug auszulösen.
Welche Rechte hat ein Unternehmen bei Nicht-Rechtzeitig-Zahlung?
Wenn eine Zahlung trotz Fälligkeit ausbleibt und der Zahlungsverzug eingetreten ist, hat das Unternehmen verschiedene rechtliche Möglichkeiten, um darauf zu reagieren:
- Zahlung einfordern:
Das Unternehmen kann weiterhin auf die vertraglich vereinbarte Zahlung bestehen und diese notfalls auch auf rechtlichem Weg einfordern. - Schadensersatz verlangen:
Wird durch die verspätete Zahlung ein Schaden verursacht, kann das Unternehmen dafür einen Ausgleich verlangen. In vielen Fällen geht es dabei um sogenannte Verzugszinsen. - Vom Vertrag zurücktreten:
Wenn die Zahlung ausbleibt, kann das Unternehmen unter bestimmten Bedingungen auch ganz vom Kaufvertrag zurücktreten.
Zahlungsverzug in der IHK-Prüfung
Der Zahlungsverzug gehört zu den Klassikern in der IHK-Abschlussprüfung und kommt meist im Prüfungsfach Wirtschafts- und Sozialkunde (WiSo) dran. Um hier gut vorbereitet zu sein, solltest Du...
- … Zahlungsfristen, Fälligkeit und Verzugseintritt richtig ermitteln und beurteilen können,
- … Rechte des Unternehmens bei Zahlungsverzug benennen und einordnen können,
- … Sonderfälle wie Zahlungsverweigerung oder fehlende Hinweise bei Privatpersonen erkennen können und
- … Verzugszinsen berechnen können (auf Basis von Kaufpreis, Zinssatz und Verzugstagen).
Mit einem guten Verständnis der Grundlagen kannst Du diese Prüfungsfragen sicher und schnell lösen. Wie das genau geht, zeigen wir Die wie immer im Video zum Thema.
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In unserem Lernvideo zeigen wir Dir Schritt für Schritt, wann Zahlungsverzug eintritt, welche rechtlichen Folgen er hat und worauf Du bei Mahnungen, Fristen und Sonderfällen achten musst, und zwar anschaulich erklärt mit praxisnahen Beispielen. Du erfährst außerdem, welche Rechte ein Unternehmen in solchen Fällen hat und wie Du typische Aufgaben zur Verzugszinsen-Berechnung sicher löst.
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