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Konjunkturphasen und ihre Indikatoren

Hier kannst Du Dir den vollen Text des Videos “Konjunkturphasen und ihre Indikatoren” durchlesen.

Diese Lektion ist in dem Modul “Einflussnahme des Staates auf das Wirtschaftsleben” enthalten.

Mit der Lektion “Konjunkturphasen und ihre Indikatoren” kannst Du Dich optimal auf Deine IHK-Prüfung vorbereiten. Für Deine Prüfungsvorbereitungstehen Dir prüfungsnahe Fragen in spannenden Quizzes zur Verfügung. Außerdem bieten wir Dir zahlreiches Zusatzmaterial für Deine IHK-Prüfung.

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In einer komplexen Wirtschaft, in der so viele Unternehmen, Haushalte und der Staat handeln, ist es schlicht unmöglich, dass ein gesamtwirtschaftliches Gleichgewicht herrscht. Das Inlandsprodukt ändert sich ständig, wodurch gesamtwirtschaftliche Ungleichgewichte entstehen. Ich möchte dir nun kurz zeigen, welche Dinge sich gegenseitig beeinflussen.

Die gesamtwirtschaftliche Nachfrage – also alles das, was von dir und mir und den Unternehmen nachgefragt wird, beeinflusst die Produktions- und Investitionsentscheidungen der Unternehmen. Je höher die Nachfrage ist, desto höher ist auch das Inlandsprodukt. Weil die Unternehmen ja festlegen, wie viel sie produzieren und investieren – bestimmt dies wiederum die Auslastung der Produktionsfaktoren. Welche Produktionsfaktoren waren das nochmal? Richtig: Arbeit, Boden und Kapital. Die Auslastung der Produktionsfaktoren wirkt sich auf das Einkommen der Haushalte aus. Je mehr Arbeit vorhanden ist, desto höher ist ja auch das Einkommen der Haushalte und somit das Volkseinkommen. Und zu guter Letzt ist dieses Einkommen dafür wieder entscheidend, wie viel nachgefragt wird. Du siehst: Ein endloser Kreislauf!

Generell kannst du dir merken, dass sich das Wachstum in regelmäßigen Aufschwüngen und Abschwüngen vollzieht, den sogenannten Konjunkturzyklen. So ein Zyklus dauert etwa zwischen vier und acht Jahren. Jetzt weißt du schon, wie sich die gesamtwirtschaftlichen Faktoren gegenseitig beeinflussen und dass es hierbei Auf-und Abschwünge gibt. Wir schauen uns nun mal an, wie so ein Konjunkturverlauf eigentlich aussieht.

Wir unterscheiden vier Zustände. Den Aufschwung, die Hochkonjunktur, den Abschwung und den Tiefstand. Die Fachbegriffe sind Expansion, Prosperität oder Boom, Rezession und Depression. Einfach gesagt beginnt die nächste Konjunkturphase am Wendepunkt und geht bis zum nächsten Wendepunkt. So entsteht das Vier-Phasen-Schema. Der Konjunkturverlauf zeigt die Schwankungen des Bruttoinlandsprodukts an.

Betrachtest du das Auf und Ab des Konjunkturverlaufs langfristig, kannst du einen Trend erkennen. Die Konjunkturzyklen sehen dann aus wie eine große, lange Welle – die Trend-Gerade läuft gerade hindurch und zeigt die langfristige Richtung an. Auf diesem kleinen Ausschnitt des Konjunkturverlaufs kannst du den Trend nur als Strich sehen. Das liegt daran, dass die Phasenlänge des Trends etwa vierzig bis fünfzig Jahre beträgt. Also ein sehr langer Zeitraum.

Wie du bestimmt schon selbst mitbekommen hast, ist die Nachfrage je nach Saison unterschiedlich. Je nach Witterungsbedingungen, Jahreszeiten und Kaufgewohnheiten wird mehr oder weniger verkauft. Regnet es den ganzen Sommer, haben es Dachdecker nicht leicht, Aufträge zu bekommen. Sind Sommerferien, dann werden ’ne Menge Urlaubsreisen gebucht und im Dezember erreicht der Einzelhandel Rekordumsätze durch das Weihnachtsgeschäft. Diese Schwankungen heißen Saisonschwankungen und sind vorhersehbar und damit für die Unternehmen auch kalkulierbar. Die Saisonschwankungen sind ja eher kurzfristig und deshalb verlaufen sie um den Konjunkturverlauf herum. Du kennst nun also die Saisonschwankungen, den Konjunkturverlauf und den Trend.

Ich sehe gerade, das Video heißt ja Konjunkturphasen und ihre Indikatoren. Dann sollten wir die Indikatoren auch noch kurz anschauen! Was ist ein Indikator überhaupt? Mithilfe eines Indikators können wir Aussagen über die konjunkturelle Entwicklung wagen. Wir unterscheiden drei Typen von Indikatoren. Frühindikatoren, Gegenwartsindikatoren und Spätindikatoren. Ein Frühindikator ist zum Beispiel der Auftragseingang. Wenn wir feststellen, dass es immer mehr Auftragseingänge bei den Unternehmen gibt, ist es sehr wahrscheinlich, dass sich die konjunkturelle Lage in den nächsten Monaten verbessern wird. Ein Gegenwartsindikator ist zum Beispiel der Einzelhandelsumsatz. Sind die Umsätze im Einzelhandel sehr hoch, können wir davon ausgehen, dass die Konjunktursituation zurzeit sehr gut ist, also dass wir uns im Aufschwung oder in der Hochphase befinden. Die Spätindikatoren schauen zurück und messen zum Beispiel den Output vorangegangener Zeiten. Gibt es immer mehr Insolvenzen dann können wir daraus schließen, dass es in den letzten Monaten in der Wirtschaft nicht so gut lief. So! Siehst du, gar nicht schwer, oder?

Im letzten Schritt gucken wir noch, welche Maßnahmen zur Bekämpfung einer Rezession eingeleitet werden können. Befindet sich eine Volkswirtschaft im Abschwung, dann schaut der Staat, was er machen kann, damit die konjunkturelle Situation wieder besser wird. Das Ziel ist häufig, Arbeitsplätze zu schaffen und die Nachfrage anzukurbeln. Wie du ja jetzt weißt, hängen diese Faktoren stark voneinander ab. Eine Maßnahme ist, dass die zinsgünstigen Kredite für Unternehmensgründungen gefördert werden. So entstehen mehr Unternehmen die wiederum Arbeitsplätze schaffen. Eine andere Maßnahme ist, die Einkommenssteuer zu senken. Dadurch haben die Menschen mehr Geld übrig, welches sie ausgeben können. Durch die erhöhte Nachfrage profitieren die Unternehmen, die dann wieder Arbeitsplätze schaffen. Und durch die Arbeitsplätze haben die Verbraucher wieder mehr Geld welches sie ausgeben. Du siehst – es geht immer so weiter…!

Fassen wir jetzt kurz zusammen: Die gesamtwirtschaftlichen Größen beeinflussen sich gegenseitig. Die periodischen Auf- und Abschwünge in der Wirtschaft nennt man Konjunktur. Der Konjunkturverlauf vollzieht sich in  vier Phasen: Expansion, Prosperität, Rezession und Depression. Der Trend zeigt die langfristige Entwicklung – die saisonalen Schwankungen zeigen die kurzfristigen Entwicklungen. Es gibt Früh-, Gegenwarts- und Spätindikatoren, mit deren Hilfe man auf die derzeitige, zukünftige oder vergangene Konjunktursituation schließen kann. Der Staat kann Maßnahmen ergreifen um eine Rezession zu bekämpfen und die Konjunktur in Schwung zu bringen.